Monatsarchiv: März 2010

in fremder Sache – Literaturportal Bayern

Definitiv eine sehr, sehr gute Sache.

Das Literaturportal Bayern.

ohne worte

gelegenheitsprosa – sonnenfleck im frühling

wie waren unsere pläne gewesen hast du gefragt und dabei nach links gelächelt, links, dort wo die lange bücherwand stand, wahllos habe ich eines herausgegriffen, während du schliefst und begonnen, dir worte ins ohr zu flüstern, wir lagen da, auf dem boden hingestreckt und der sonnenfleck, der durchs fenster hereinfiel, reichte nur knapp zu unseren füßen hin, aber störte uns das?

wir lagen hingestreckt auf zwei decken, während ich las, bist du aufgewacht, hast geblinzelt und dabei deine hand, die wieder ihren weg aufnahm, hin zu …

unser raum wurde zeitlos, der sonnenfleck zog sich weiter zurück und ich habe deinen bauch an meinem gespürt, dein atem, der mit meinem ging und wir …

ich habe nach einem buch gegriffen, wahllos und dir vorgelesen, dann weniger zufällig, ein weiteres und ein weiteres, die nacht kam und wir lagen dort, auf dem boden, unter uns nur zwei decken und über uns der zeitlose raum meines zimmers, dass in seinen ecken und an manchen anderen stellen staub lag, störte dich nicht, dein blick blieb fest auf mich gerichtet und links von mir das lange, weiße bücherregal, wir haben uns von links nach rechts, von der untersten reihe über die mittlere bis hin nach oben, wo zufällig entstandene stapel zur decke hin wuchsen, vorgearbeitet, eine seite hier, eine zeile da und unser raum blieb zeitlos, die nacht zog sich zurück, der sonnenfleck näherte sich erneut unseren füßen – morgens kam er uns näher, wir hätten das vielleicht bemerken können, aber unser raum blieb zeitlos.

wir haben gehört: zufallende türen, vorbeifahrende autos, passantendialogfetzen, die von der straße her kamen, den staub und das rascheln von seiten, unsere atemzüge, bob dylan, schubert und gregor tresher, die decke, die manchmal unter uns knisterte, wenn du dich über mich … wir hörten, wie der tag ging und die nacht kam, und der morgen, als die sonne …  wir hörten das feine geräusch von abgerauchten zigaretten und lange, kurze, zwinkernde, klimpernde wimpernschläge, unser weg, zu sprechen, zu fragen, zu antworten und dabei zu wissen, es ist ein zeitloser raum, in dem wir leben.

in eigener und fremder Sache – Tukan Lesewettbewerb 2010 Seidlvilla

Bildquelle: muenchen.de

Dieser Vogel (Tukan) ist ein pfefferfressender – und, er liebt die Literatur! So sehr, dass er neben dem Tukan-Preis diesen März einen Lesewettbewerb ausruft. Neben fünf anderen Teilnehmern/Innen habe ich die Ehre, ebenfalls an diesem Wettbewerb teilzunehmen.

Die Förderung schriftstellerischen Nachwuchses ist ein Grundanliegen des Münchner Tukan-Kreises. Im Rahmenprogramm zum 80. Jubiläum lädt er am 25.3.2010  junge Literat/innen zum Wettbewerb. Teilnehmende der Schreibwerkstätten „Manuskriptum“ und „Textwerk“ sowie Münchner Literaturstipendiaten wurden eingeladen, bislang unveröffentlichte Texte vorzutragen. Dafür einen Dank!

Die Abstimmung über die drei überzeugendsten Präsentationen trefft Ihr – unsere zukünftige Leserschaft, das Publikum!

Um Ruhm, Ehre und die Preise werden lesen:

Christian Schich (manuskriptum 08/09)

Christiane Simon (manuskriptum 08/09)

Constanze Petery (Literaturstipendium 09)

Kristina Nenninger (Literaturstipendium 05, textwerk 05)

Tilman Strasser (Literaturstipendium 09 )

und ich selbst. (manuskriptum 07/08)

Wo?
In der altehrwürdigen und wunderschönen
Seidlvilla
25.3.2010

Nikolaiplatz 1b
Beginn: 19:30

Eintritt frei

(keine) gelegenheitsprosa – dahlia sagt, ich sage II

Was Dahlia und ich zuvor gesagt haben.

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Dahlia sagt:

Da war etwas gewesen mit Rodeck, zwischen den Kissen und seinen Gedanken, die ins Irgendwo gingen, ich weiß ja nicht, warum er sooft abwesend erschien.

Wie sie am Straßenrand steht und den vorbeifahrenden Wagen zusieht. Wann kommt ein Taxi? Man hatte ihr gesagt, dass mit ihm etwas nicht richtig gewesen sei. Das ist falsch, sie weiß es. Das Erinnern fällt ihr mit der fortschreitenden Zeit schwerer.

Dahlia schwieg. „Wissen sie, mit Rodeck war es nicht einfach“, hatte ich zur ihr gesagt.

Rodeck, mein lieber Rodeck, du junges Pferd, du warst doch ein Moment, ein Guter, ein Schöner.

Wie er sie lange zuvor malte, mit Worten, als er an seinem Schreibtisch saß und versuchte, in ihr Inneres zu dringen. „Du hast nur vierzig Minuten geschlafen“, sagte sie dann besorgt und strich ihm liebevoll über sein schwarzes, dichtes Haar.

„Warum haben sie sich von ihm wegbewegt, Dahlia? Er hätte sie doch gebraucht.“ Weil er mir zu nahe gekommen ist. Weil es schmerzte. Weil er weiter ging, als es vereinbart war. Als könnte man so etwas vereinbaren. Aber sie schwieg. „Sie möchten nicht darüber sprechen? Gut. Sprechen wir über etwas Anderes“, sagte ich. Dahlia hatte geschwiegen, gewusst, dass sie nichts Neues erfahren würde. Aber sie begann zu erzählen, Rodeck, dessen Haar bald grau geworden wäre, er sei immer sanft gewesen, ein Träumer, einer, der vor einer Schaufensterauslage stehen bleiben konnte und sich in ihrer Konstruktion verlor, nicht in den Dingen, die dort lagen, aber in ihrer Anordnung. „Sieh mal, erkennst du das Muster, fragte er sie, aber sie konnte nichts erkennen, nur Brillen, die dort auslagen. „Na es ist eine einzige große Brille, als würden sie dir sagen wollen, setz diese Brille auf, und du wirst sehen. Konkrete Poesie, Dahlia, konkrete Poesie“. Sie lachte, „Ach Rodeck, du Träumer“ und er griff hastig nach ihrem Arm, als wollte er sich vergewissern, dass sie noch da war, sein Griff war schmerzhaft gewesen. „Wie haben sie ihn denn kennen gelernt“, sagte die Stimme. Dahlia schrak auf, „er stand einfach vor mir, aus dem Nichts und sagte, darf ich mich setzen und dann, ob ich Feuer hätte und er sagte noch, „ich bin Rodeck“ und ich gab ihm Feuer, seine Augen, wissen sie, seine Augen, es war etwas in ihnen, wie eine Mauer, eine Mauer, von der ich wissen wollte was dahinter lag, er fragte mich, ob ich mit ihm ausgehen würde, natürlich habe ich ja gesagt“ – „Was passierte dann? Hatten sie keine Angst, etwas zu finden?“ – „Nein, wieso sollte ich Angst gehabt haben?“ – „na hinter der Mauer, es ist immer etwas dahinter, wissen sie, aber ob es das ist, was man sucht?“ Sie wusste noch, dass er zu ihr an einem Sonntagmorgen sagte, „Ich mag deine langen Augen. In ihnen kann ich mich verlieren, mich verträumen“ oder schrieb er das später und ließ den Zettel wie zufällig auf dem Tisch liegen? An diesem Sonntagmorgen war sie schläfrig gewesen und es wäre nicht wichtig, wenn es diesen Sonntagmorgen nicht gegeben hätte, die fehlenden Alcaselzer im Haus und seine Unruhe, als sie in die Wanne stieg, sie hörte ihn vor dem Bad auf und ab laufen, dann später, ich gehe nach draußen, Zigaretten kaufen, er ging zu weit, es dauerte, bis er zurückkam. Sie schlief und hörte das Läuten zuerst nicht, wieso läutete er denn eigentlich, er hatte doch einen Schlüssel und widerwillig war sie aus seinem Bett gekrochen, ihre nackten Füße berührten das kühle Parkett, sie fröstelte. Hinter der Tür hörte sie ihn leise sagen, Dahlia, Dahlia. Sein Gesicht war blutig, er machte noch zwei Schritte und fiel hin.

Danach war der flackernde Blick gekommen, „nein, ich weiß es genau, ich hatte keine Angst“, sagte sie zu der Stimme, „aber erzählen sie mir doch, was mit ihm passiert ist. Ich bitte sie“, ich ließ meine Worte noch einen Moment nachhallen, dann schwieg ich. Wusste, Dahlia log. Natürlich war die Angst gekommen, als Rodeck eines Nachts neben ihr wach lag, wie lange mochte er schon so gelegen haben, fragte sie sich später und als sie die Augen aufschlug, sah er sie direkt an und sie sagte“ Rodeck, dein Blick ist flackernd, du machst mir Angst“, am Tag zuvor fand sie in seinem Bücherschrank Verbrechen und Strafe, am nächsten Morgen würde sie ihm in die Küche hinterher rufen, Rodeck, bist du glücklich? Wenige Stunden danach, ich liebe dich nicht, da log sie ebenfalls. Aber der flackernde Blick machte ihr Angst, lass uns ausgehen, sagte sie eine Woche darauf und in der Nacht blieb sie einfach weg, erinnerte sie sich und dann…

„Sie liebten ihn, nicht wahr?“

„Ja. Das tat ich“

„Wissen sie, er hat sie am Ende vergessen.“

„Das ist nicht wahr!“

„Lesen sie keine Zeitung? Es steht geschrieben.“

„Weshalb sollte ich? Ich weiß, was passierte“ Sie stand auf, warf mir die vereinbarte Bezahlung auf den Tisch und verließ das Gebäude. Draußen an der Straße, jemand anders muss her, der ihr die Wahrheit erzählen wird, denkt Dahlia. Sie winkt einem Taxi, es fährt weiter. Sie flucht.

Ich sage (weil ich es besser weiß):

Rodeck träumt II.

Als sie danach ihre Augen öffnete, lächelte sie ihn an, du bist prosopopöietisch, weißt du? Ja, das bist du…

Er hatte nicht den blassesten Schimmer wovon sie sprach.

Ich habe gestern Nacht, als du schon schliefst ein neues Wort gelernt, plapperte sie vergnügt weiter, Rodeck betrachtete ihr Gesicht, ihre feinporige, weiche Haut, deren Geruch er verfallen war, wenn du es nicht weißt, schlag es gefälligst nach, aber es würde mich wundern, wie kann ein Mann, sie betonte das Wort Mann besonders, wie du das nicht wissen, neckte sie ihn. Er schüttelte den Kopf, ich kenne dieses Wort nicht und ihre Augen – wie immer, wenn sie einen großartigen Höhepunkt gehabt hatte. Sie lag dann eng an ihn geschmiegt, oft rieb sie sich noch ein bisschen an ihm, langsam, erhitzt, als wollte sie noch das letzte bisschen Lust in ihrem Körper aufnehmen, darin festhalten. Sie fragte ihn oft, wie war es für dich, hast du es genossen und er glaubte, ein bisschen verspürte sie Mitleid mit ihm, weil es für ihn immer nur wenige Sekunden dauern konnte, aber das nur Gerechtigkeit, Rodeck, Gerechtigkeit muss sein, feixte sie jedes Mal, mit ihren jungen Augen. Er wünschte, er könnte solche Augen haben, sie könnten sich verwandeln, die Falten in seinem Gesicht, die für die sie mit ihren Fingerspitzen zärtliche Worte fand.

Wenn sie ihn fragte, wie es gewesen sei, küsste er sie zärtlich und legte Sanftmut in seine Stimme, es war wunderschön, manchmal sagte er auch, es wäre geil gewesen.

Sie hielt sein Gesicht in ihren Händen, presste es ein bisschen zusammen, biss ihn in die Unterlippe und saugte an seiner Zungenspitze, plapperte unsinniges Zeug dabei und war glücklich. Also, was heißt propo… ich kann es nicht mal aussprechen.

Mache mittelbar abwesende Figuren zu unmittelbar anwesenden, handelnden und sprechenden Akteuren, sagte sie altklug. Er zuckte mit den Schultern, komm schon, zur Maske, zur Person machen, heißt das, stell dich nicht so an, ach Rodeck, sagte sie strafend, ich stell mich nicht an, aber alles kann ich nicht wissen, schmollte er. Sei nicht gleich beleidigt, mein kleiner Junge, aber er schämte sich, für seine Unwissenheit, wie viel unentdecktes Land würde noch auf ihn warten, Land, von dem er nicht einmal wusste, dass es existierte. Bist du glücklich fragte er sie, wieder einmal. Er wusste, dass er diese Frage zu oft stellte, aber er musste es hören, wenigstens ein paar Mal, mehr als er es schon gehört hatte. Manchmal, das weißt du ja, sagte sie. Ich meine, bist du jetzt glücklich? Anstatt zu antworten, lächelte sie ihn mysteriös an und sprang aus dem Bett. Ich muss ins Bad, damit ließ sie ihn allein. Ihr Lächeln könnte alles heißen, alles meinen und war sie nun wirklich so scheu, wie sie vorgab zu sein, zu scheu, mit ihm über ihre Gefühle zu sprechen, sinnierte Rodeck, oder?

Er hörte, wie sie das Wasser in die alte gusseiserne Wanne laufen ließ. Diese Wanne hatte einer anderen für ihn wunderbaren Frau gehört, schwere große Krallen stellten die Füße dar und um den Wasserhahn hatte sich eine kleine Schar Wasserspeier gruppiert. Wenn er an seine Großmutter zurückdachte, dann fiel ihm zuerst ihr dichtes weißes Haar ein, dann, dass sie in dieser Wanne gestorben war. Man hatte sie darin gefunden, sie war nicht lange tot, und es war kein Problem gewesen, den Gedanken zu verdrängen, dass seine Großmutter Clara in dem für ihn damals riesig erscheinenden Eisenkessel gestorben war, ihre Hand umklammerte noch ein kleines silbernes Kettchen. Rodeck seufzte. Werft die Wanne nicht weg, hatte er geweint, werft sie nicht weg, bitte, auch wenn sie darin gestorben ist, bitte, er hatte sich an seine Mutter geklammert, die, tränenüberströmt den Jungen noch enger an sich herangezogen hatte, ach Junge, was soll denn das, wir können dieses unglückselige Ungetüm nicht behalten, versteh doch. Aber er hatte geweint und geschrieen, gebettelt und gefleht, bis seine Mutter resignierend genickt hatte. Die Wanne muss weg, konnte er seinen Vater flüstern hören, wir stellen sie erstmal in den Keller, wisperte seine Mutter zurück. Sie muss weg, wiederholte der Vater und Rodeck hielt still, kam die Wanne in den Keller, würde sie eines Tages ihm gehören. Er würde sie nicht wegwerfen, selbst wenn sie das Grab seiner Großmutter darstellen sollte, er hatte es geliebt, darin gebadet zu werden und niemand kannte die Namen der vier kleinen Wasserspeier außer ihm. Vielleicht würde er sie eines Tages Dahlia erzählen, ihre Namen und die Geschichten weitergeben, die er von ihnen bekommen hatte, blubbernd und plätschernd, leise und anschwellend, bis sie irgendwann erstarben. Im Keller konnten sie ihm nichts mehr erzählen, aber wie Rodeck gehofft hatte, vergaßen seine Eltern nach einiger Zeit, dass hinten im größten Raum unter grobem Leinen noch die Wanne von Vaters Mutter stand. Die erste Zeit schlich er sich heimlich hinunter und legte sich hinein, manchmal konnte er seine Eltern nach ihm suchen hören, er konnte hören, wie sie ihn riefen. Angst, Großmutters Geist zu begegnen, hatte er keine. Irgendwann hörte er damit auf, als er eines Tages gealtert nach Hause kam, sagte er nur, ich nehme die Wanne mit und an den anfangs überraschten und ahnungslosen Gesichtern seiner ebenfalls gealterten Eltern konnte er ablesen, dass sie wirklich vergessen hatten, was dort im Keller Jahre auf ihn gewartet hatte. Einen Tag später hatten Männer den Koloss abgeholt und Rodeck saß auf der Veranda, neben seinem Vater, was ist damals eigentlich genau passiert, aber der schwieg. Ich will es wissen, Papa, was ist damals genau passiert, hakte er nach. Sie hat sich wahrscheinlich umgebracht, antwortete sein Vater müde, das Gesicht mit der Hand verdeckt, man konnte ihn kaum verstehen. Warum? Weshalb? Sie starb, wie auch immer, mein Sohn. Sie hat etwas gemacht, verstehst du. Langsam erhob sich sein Vater und kam kurz darauf mit einem vergilbten Bündel Briefe und ein paar in Leder gebundenen Büchern in seinen Händen zurück. Das haben wir gefunden, später. Lies es, wenn du willst. Vielleicht wirst du es besser verstehen, als ich es je konnte. Mehr sagte er nicht. Rodeck erinnerte sich, dass weder sein Vater, noch seine Mutter, noch einer der anderen Verwandten geweint hatte, als sie den Sarg in die Erde ließen. Nur er, der kleine Junge hatte eine Blume hinterher geworfen, als könnte er nicht begreifen, dass diese schlanke, weißhaarige Dame, die ihm nichts anderes als Liebe gegeben hatte, plötzlich nie mehr anwesend sein würde. Nur er hatte geweint, eine seiner Tanten hatte im Vorbeigehen noch gesagt, er sei noch zu klein, um es zu verstehen. Als Rodeck an jenem Tag nach Hause gefahren war, legte er die Briefe auf seinen Schreibtisch. Ging in die Küche, kochte Kaffee. Zündete sich eine Zigarette an und öffnete langsam den ersten Brief. Für Clara, stand in einer sauberen, fein geschwungenen Schrift auf dem Umschlag. Es war nur eine Seite und als Rodeck geendet hatte, stand er auf. Umrundete den frei stehenden Schreibtisch, griff nach dem alten Blatt, das angefangen hatte, ihm eine Geschichte zu erzählen und las erneut,

Meine liebste Clara,

ich weiß, es ist falsch, Dir zu schreiben. Es ist falsch, Dich zu sehen.

Es ist falsch, an Dich zu denken. Es ist falsch, Dir je begegnet zu sein.

Lass mich erklären, bevor Du aufhörst zu lesen, lass mich erklären.

Ich bitte Dich.

Wie könnte ich Dich je vergessen, als Du vor mir im Park spazieren gingst,

Deine Anmut und Sanftheit ließ mich schwindeln, dann als stehen bliebst,

wie hätte ich an Dir vorübergehen können, Du hättest das Pochen meines

Herzens gehört.

Wie könnte ich den Moment vergessen, als wir wenig später im Cafe aufeinander trafen, ach Clara, wie könnte ich Deinen fragenden und wissenden

Blick vergessen, als er den meinen streifte? Kanntest Du mich denn nicht mehr?

Wolltest Du mich

denn nicht mehr

kennen?

Ich bitte Dich, antworte mir, ich vergehe.

In Sehnsucht,

E.

Wer war E., hatte sich Rodeck damals gefragt.

E, wer immer das auch sein mochte, besaß Grazie, eine Aura, etwas Besonderes eben. Eine Schrift wie jene hatte Rodeck selten gesehen und er beschloss, entgegen dem ersten Impuls, der sich in ihm regte, nur aus dem ganzen Bündel nur einen Brief pro Tag zu lesen. Liebend gern wäre er zurück an den Schreibtisch gestürzt und hätte einen nach dem anderen in sich aufgesogen. Fest stand auch, dass seine Großmutter jemand geliebt hatte, oder zumindest von jemand geliebt worden war. Und der Name seines Großvaters hatte nicht mit E begonnen.

….

usw. usf.

Leseankündigung in fremder Sache – Kellergeister und Krimifestival München

Krimifestival & Kellergeister präsentieren:

Christian Schünemann „Die Studentin“

Gast: Christian Schich (Manuskriptum 2008/9)
Moderation: Nina Berendonk

16. März, 20 Uhr
Theater … und so fort, Kurfürstenstraße 8,
80799 München (U3/6 Universität)
Reservierungen unter: 089 /23219877
Eintritt: 7/4€

MORD AN DER LMU! – „Die Studentin“ – der dritte Fall für „den Frisör“!

Copyright Bild: Diogenes VerlagDie Münchener Ludwig-Maximilians-Universität: eine der führenden Universitäten Europas, renommiert für ihre innovative Grundlagenforschung, die hohe Qualität von Studium und Lehre und die Gleichstellung von Frauen und Männern auf allen Gebieten der Wissenschaft. Doch der Schein trügt: hinter der schönen Fassade lauern Intrigen, Anschläge, erbitterte Machtkämpfe. Eine völlig neue Welt eröffnet sich Starfrisör Tomas Prinz aus dem Glockenbachviertel, als er sich getarnt im dunkelblauen Sportpullover gemeinsam mit dem Au-pair-Mädchen seiner Schwester und frischgebackenen Erstsemestlerin Rosemarie ins hektische Treiben am Uni Campus mischt. Denn es gilt, den mysteriösen Tod des Dekans Hans-Georg Markowski, der silbergrauen Eminenz des Anglistik-Instituts aufzuklären …

Christian Schünemann, geboren 1968 in Bremen, studierte Slawistik in Berlin und Sankt Petersburg, arbeitete in Moskau und Bosnien-Herzegowina und absolvierte die Evangelische Journalistenschule in Berlin. ‚Die Studentin’ ist der dritte Band der Krimi-Reihe „Der Frisör“, mit deren gleichnamigen Erstlingswerk Schünemann 2002 den Literatur-Nachwuchswettbewerb Open Mike gewann, 2004 beim Diogenes Verlag debütierte und bereits 2005 auf dem Krimifestival in München zu sehen und hören war.
Nach dem 2008 erschienenen Nachfolger ‚Der Bruder’, nun also der dritte Kriminalfall für „den Frisör“ und Detektiv wider Willen Tomas Prinz.

Veranstalter: Eveline Petraschka in Kooperation mit dem Krimifestival, mit freundlicher Unterstützung des Instituts für Germanistik der LMU, des Theaters…und so fort, des Diogenes Verlags, des „in“ München und des Radios M94,5, unter Mitarbeit von Studierenden des Proseminars Literatur live am germanistischen Institut der LMU.

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Mehr Infos zum Krimifestival gibt es hier.

Literaturwoche – in fremder und eigener Sache

München hat in literarischer und kultureller Hinsicht einiges mehr zu bieten, als nur Institutionen (siehe SZ-Artikel) und mondäne Opernabende (nicht das ich was gegen die Oper hätte, im Gegenteil) – dieser Tage sind gute Tage!
Diese Woche, einfach so, Anfang März, wird voll und macht Lust auf mehr. Wenn doch jede Woche so sein könnte – es klänge nach einem Paradies – einzig fader Beigeschmack: die Eintrittspreise sind teilweise mehr als satt, aber schließlich leben wir auch in einer inflationären Zeit. Was tut man also nicht alles, um Kunst und Kultur zu unterstützen?

Qui vivra verra …

Heute Abend (Dienstag):
Literaturhaus erstmal in eine Institution, ich will die Nomierten für den Leipziger Buchpreis sehen und hören. Hoffentlich hält der Abend, was er verspricht. Auch eine gute Gelegenheit, Skandalnudel Helene Hegemann mal live zu erleben. Ich werde mitzählen, wie oft sie sich die Haare aus dem Gesicht streicht und ihr jegliche Credits geben, die eine Autorin ihres Schlags verdient hat. (10 / 8 Euro)

Morgen (Mittwoch):
Ein Pfefferfressender Vogel feiert seinen achtzigsten Geburtstag.
Tukan-Jubiläumsabend, nochmal Literaturhaus, nochmal in eine Institution (6 / 8 Euro), ich werde aber vermutlich anderswo zu finden sein. Empfehlen kann ich diesen Abend aber guten Gewissens.

Donnerstag:
Leben heißt, die Zeit bis zum Tod möglichst schmerzfrei hinter sich zu bringen. Was niemandem gelingt, denn nichts kann uns großhirnige Säugetiere davon abhalten, regelmäßig zu leiden. Wir fürchten uns, wir ärgern uns, wir hassen uns oder andere. Das ist genauso schrecklich wie es klingt und deshalb auch Thema der nächsten Multimedialen Lesung, die da heißt “Wut, Angst, Chaos”. Multimediale Lesung “Wut, Chaos, Angst” in der Niederlassung, mit der Münchner Autorin Katrin Baumer (die den Blog “schreibende Mädchen” führt) und anderen, talentierten Autoren (Felix Bonke, Alexander Burkhardt und Veranstalter Deef Pirmasens himself als Vorleser von Friedrich Dürrenmatt) aus der Münchnerliteraturszene.  Wie immer untermalt mit Beats und Visuals durch VJ Gently Radical. (6 Euro, preislich also mittlerweile Institutionsniveau – früher waren es vier Euro, ganz früher sogar umsonst – atmosphärisch eher Underground / Avantgarde)

Donnerstag – Samstag:

Außerdem eröffnet noch die galeria autonomica unter dem Postulat knst&krmpl in der Brienner Straße 48 ihre Pforten, in Kooperation mit muc852@brienner48Zehra Spindler, die München um solche Veranstaltungen bereichert, sei´s mehr als gedankt!! Drei Tage – volles Programm, am Samstag findet zur Finnisage neben Konzerten auf eine Lesung mit dem Twitterliteraturen @vergraemer, Juno Meinecke und mir statt. Außerdem gibts einen LiVESTREAM (via peoplezapping.com), dabei sein ist alles. (jede Veranstaltung: Eintritt frei!)

Urban Contemporary Art:
mK (Christian Minke) // Fulda http://galeria-autonomica.de
Pisa73 (superplan) // Berlin http://www.pisa73.com/
Eliot (bk) // Berlin http://www.flickr.com/eliotbk
Czarnobyl // Berlin http://www.stencil-spray.de/
David Dott // München
Joachim Sperl // Hamburg http://www.joachimsperl.com
Samuel Langer // München
Hate One // Gießen http://www.dat-grafix.de/
Bernd Saller // Gießen http://berndsaller.blogspot.com/
Preston Spurlok // New York http://www.myspace.com/prestonspurlock
Dreamgirl 2000 // Paris
Dachs Dessert // Leipzig
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Sound & Texte
Programm:
Donnerstag:

Vernissage ab 20:00 Uhr
Beatbox Eliot Live http://www.myspace.com/beatboxeliot
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Freitag:

DJing
Silla // Resisdanse // FAVORIT// RAKETE http://www.resisdanse.de/
Cocolores // Flashbox // Pimpernel // http://www.coco-electric.de
Mibou // http://www.myspace.com/mibou
Flamingo Gang // Cafe King // Elektropop/House/Discomusik
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Samstag:
ab 18h Livekonzert mit Jürgen Reiter (Orkaan Music – Kontrabass)
Im Anschluss lesen:

Der Münchner Webpoet und Autor Markus Michalek aka Kapinski,
Der Berliner Autor Jan-Uwe Fitz, bekannt als Taubenvergraemer und
Juno Meinecke (Autorin/M94.5)

21.30 Uhr:
“Die Feder aus München”live (Soloprojekt des Sängers von Kamerakino)
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Infos zur 48h Galerie sowie zu den Künstlern:
http://www.galeria-autonomica.de
“48hGalerie & muc852-Opening” wird präsentiert von m94.5