In fremder Sache die nächste Lesung

Und die nächste Lesung:

Kellergeister präsentieren das neue Buch der “Queen der deutschen Popliteratur”:

Alexa Hennig von Lange
liest
Peace

am: 20.4. 09, 20:30 Uhr, im: Theater Und so fort, Hans-Sachs-Straße 12
Gast: Gregor Locher (MANUSKRIPTUM der LMU)
Eintritt: 7/4 Euro

Moderation: Markus Michalek

Nach dem Sommer der Liebe… allein unter Frauen… ist der Geschlechterkampf nicht vorbei! Alexa Henning von Lange, die sich als Autorin von Romanen wie „Relax“ und „Risiko“ als versierte Kennerin unserer Gegenwart ausgewiesen hat, greift in ihrem neuen Roman „Peace“ ein scheinbar alt bekanntes Thema auf: Das ewige Kreuz mit der Liebe und dem Erwachsenwerden. Da ist Joshua, der siebzehnjährige Sohn einer alternden, mittels merkwürdiger Methoden „allein erziehenden“, hyperfeministischen Hippiediva, die eine beachtliche Laufbahn in einer alternativen Lebensführung vorzuweisen hat. Schließlich taumelt sie schon seit Jahrzehnten von einem Selbstfindungstrip in den Nächsten. Aber diesmal gibt es einen besonderen Grund: ihre große Liebe ist verstorben.

Was liegt für Joshuas Mutter näher, als sich auf der Toilette einzuschließen, um in der selbst gewählten Isolationshaft zwischen diversen Selbstmordversuchen wieder zu sich zu finden? Natürlich kann das nur mit einer Menge an bewusstseinserweiternden Stoffen halbwegs funktionieren. Wer die zu besorgen hat, ist klar. Ob er will oder nicht: Joshua besucht den Hausdealer der Mutter regelmäßig. Dabei erfährt er Erschütterndes in Hinsicht auf seinen längst in eine solide, bürgerliche Existenz zurückgekehrten Vater. Die wechselnden Einzüge, von Mitschülerinnen, Mutters neuem Liebhaber oder anderen kuriosen Persönlichkeiten ins mütterliche Hippiehaus tun ihr übriges, um sein Alltagsverständnis völlig außer Kraft zu setzen. Nur logisch, dass er mit all der nach außen vorgeschobenen Coolness versucht, seinen eigenen Weg im verrückt gewordenen Familienumfeld zu gehen. Sei es nun der geplante Anschluss an eine konservative Burschenschaft, die zugehörige Mensur hat er sich bereits geholt, oder die erste Liebe und ihre Folgen.

Und gerade davon handelt der Roman, von skurril-komischen Geschlechterkämpfen, ebenso vom Suchen und Finden eigener Antworten. Dieser Mix, zusammen mit einem pointierten und aufschlussreichen Ritt durch die Geschichte der wilden Siebziger Generation bis in die Gegenwart macht „Peace“ zu einem besonderen Lesevergnügen. “Peace” ist nicht nur ein Roman über die Liebe in den verschiedenen Variationen – es ist eine in vielen Belangen gesellschaftskritische Liebeserklärung an das Erwachsenwerden, die dank der oft ironisch und feinsinnig ausgearbeiteten Figuren Nachhilfe in Sachen Familienarbeit und Rollenverständnis leisten kann, dabei auf die typischen Fragen eines jungen Mannes hinweist und nicht immer die erwarteten Antworten liefern wird.

Alexa Henning von Lange, geboren 1973 in Hannover, lebt als Autorin in Berlin und gilt als Mitbegründerin der Popliteratur. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, in jüngerer Zeit etwa „Risiko“ (2007). Mit „Leute ich fühle mich so leicht“ (2008) startete die erfolgereiche Jugendbuchreihe um die Protagonisten erneut, 2009 erschien ein weiterer Band, “Leute, mein Herz glüht”. Außerdem veröffentlichte sie kurze Erzählungen in Anthologien, diverse Kinder- und Jugendbücher und Theaterstücke, wie z.B. „Flashback“ ( aufgeführt an Berliner Volksbühne 1998). Zusätzlich publiziert sie in wichtigen deutschen Medien: Für die Brigitte Young Miss führte sie ab 2003 zwei Jahre lang mit jungen Künstlern wie Jessica Schwarz, Robert Stadlober u.a. Interviews über deren Kindheit und Jugend. Seit 2005 schreibt sie für UNICUM die Kolumne „Erwachsen werden mit Alexa…“, von 2007 bis 2008 war sie für den Kulturteil des internationalen Mode & Lifestyle- Magazin Qvest verantwortlich. Seit 2007 ist sie als Kolumnistin für das Schweizer Mode & Lifestyle-Magazin Bolero tätig und hat eine eigene Radiosendung auf quu.fm. Ihr Aufsehen erregendes Bestsellerdebüt „Relax“ (1997) machte sie auf Anhieb zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. 2002 erhielt sie den Deutschen Jugendbuchpreis.

Gregor Locher (Jahrgang 1984), 2001/2 High School Year in Colorado,
USA und Erwerb des Highschoolabschlusses, Abitur: 2004, 2004/5
Freiwilliges Soziales Jahr an der LSE in London, UK, seit Herbst 2004/5 Studium der Komparatistik und Geschichte an der LMU, WS 2008/9 Erasmus-Student in Paris, Veröffentlichung: “Essiggurken” in der Anthologie “Die andere Stadt”, hrsg. von Hans Christian Rohr und Keto von Waberer. Las bereits bei den Münchner “Wortspielen” und den ”Kellergeistern”.

Veranstalterin: Eveline Petraschka unter Mitarbeit von Markus Michalek, in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der LMU und mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München, Lillemors Frauenbuchladen und Galerie, des “in München” und Radio m94,5

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