Monatsarchiv: April 2009

Beruf Journalist – Praktikum, Werkstudent, Volontariat

und viele wollen es haben…

Wie stellt man es an Journalist zu werden? Eine der Königsfragen für Studenten jeglicher Couleur, die sich entschieden haben, “was mit Medien machen wollen”. Antworten gibt es dazu vermutlich ebenso viele, wie Anfragen. (z.B. hier) Weiterlesen

Bayern – Wahn und Wirklichkeit

Wie ich an einem Text sitze;
ist mir eine Zeile durch den Kopf geschossen,
aus einem Buch, erst kürzlich gelesen, nachgelesen, überlesen.
Wie hieß es da?
“…
und immer weiß der Leser, woher dieser Erzähler kommt. Aus Bayern, wo die Wirklichkeit, aber auch der Wahn noch leibhaftig ist …” (Jörg Fauser, der dunkle Ort, in: Essays, Kolumnen, Reportagen, Band 6 der Zweitausendeins Edition)
Dass Ludwig sterben muss, ist ebenso unabdingbar, wie die Abwahl der CSU. Lediglich über die Art und Weise seines Todes könnte man diskutieren, das ist Wirklichkeit.
Dass Oxana beim Strippen an ihre kleine Schwester denkt, der sie ein solches Schicksal ersparen möchte, während ihr feiste Bauern auf die schlaffer werdenden Brüste starren, ist Wahn.
//
Jedenfalls flog ich aus dem Text, als wäre die Tür für heut´ verschlossen.
Ich denke an A., wie sie sagte: Wenn man staubsaugt (durch xy beliebige profane Dinge zu ersetzen), kann man neue Worte ordnen.
Leben wir Autoren in einer Wortdiktatur, dass einem das Sprachzentrum nie Schweigen genehmigt?
Mir kommt ein neuer Blog auf den Bildschirm, mit dem durchaus poetischen Namen: Worte, situationsbedingt
Ein kurzer Rückblick, man erinnert sich gern. Oder wie A.Perles sagte: Die Bestimmung der Menschen ist es, sich zu erinnern.
Was hatte das Schicksal mir letztes Jahr prophezeit?

ich habe da ein paar Fragen…

Die Kunst des Interviews:
ein wenig merkwürdig war dieses Gefühl dann doch, zu wissen, gleich wird man alles mögliche gefragt. Aus dem Nichts, aus dem heiteren Himmel. Man kochte Kaffee, richtete die Couch nach dem Licht, unterhielt sich zwanglos, rauchte ein, zwei, drei Zigaretten, und dann die erste Frage.
Ein sanfter Einstieg. // Das bitte nicht mit auf die Bilder, wenn es geht // Moment, streiche die Antwort, mir ist was besseres (anderes, xy adjektive einsetzen, eingefallen //
Druckfertige Antworten aus dem Stegreif produzieren? Nicht wirklich meine Sache, wie ich beschämt festgestellt habe.

Vorm Wochenende die Krise

Kurz nach dem Feierabend zum Wochenende, wie ich aus dem Schatten des Redaktionsgebäudes in die schwindende Sonne trat, stieg meine Laune. Gegenüber an der Straße, eine Bäckerei, draußen sieben freie Stühle, mit kleinen Tischchen dazwischen. Dort würde ich eine rauchen, eine Kaffee trinken und die Woche erinnern. Am Automat in der Bank das bekannte Zittern, die letzten 50 Euro gingen vom Konto, das Ende des Monats war noch ein Stück entfernt. ich könnte etwas verkaufen, mein Rad, meine Bücher (nein, nie die Bücher, nie im Leben), meine Couch, (nie im Leben), meine Computer (wertlos dank der kapitalistischen Wunschmaschine), nein, ich würde nichts verkaufen.
Ob ich nicht einen kleinen Schein hätte, fragte mich die Blonde hinter dem Tresen und dass die Automaten so sortiert wären, in schlechten Zeiten nur große Scheine auszuspucken, um den Konsum anzukurbeln, fügte sie hinzu. Draußen in der Sonne, “könnte Köln sein” aufgeschlagen, aber nach drei Seiten weggelegt. Mir stand nicht der Sinn nach architektonischen Beschreibungen, ich verschob das sicherlich gute, nur gerade eben jetzt unpassende Buch auf später. Neben mir wurden Klappstühle und zugehörige Tische weggetragen. Ob ich bleiben dürfte, fragte ich. Natürlich, ich will nur keine Anderen hier, antwortete sie. Ein Mädchen, fast schon Frau fuhr auf einem Skateboard vorbei, sehr oldschool, mit braunen Boots an den Füßen, als sie spürte, dass ihr jemand hintersah, drehte sie sich um, ohne vom Brett zu fallen. Wann war ich das letzte Mal eines gefahren, fragte ich mich? Männer, Frauen, Kinder gingen vorbei, die Sonne zog sich über dem gegenüberliegenden Haus zurück. Als ich aufstand, losging, mein Fahrrad aufschloss, setzten die Krämpfe ein. Etwas war mir nicht bekommen, die Gauloises, der Kaffee oder die Cremesuppe mit dem alten Brot? Fiese, kleine, scheinbar nicht enden wollende Wellen in meinem Magen. Später am Odeonsplatz eine kleine, verlorene Demonstration, man trug DDR-Fahnen, die hohe Stimme der Ansagerin überschlug sich, so sehr schien sie von ihrem Tun erfüllt, dazu ein monotoner Trommelrhythmus. Ich verstand kein Wort und dass ich zu Hause noch recherchieren wollte, wofür oder wogegen hier demonstriert wurde, vergaß ich schnell. Wenig weiter hinten saßen Männer, braungebrannt und Frauen, ausstaffiert, in schweren Lehnsesseln mit Blattgold, der schwindenden Sonne zugewandt. Die Trommelschläge und das Megafon waren fast nicht mehr zu hören. Was war das gewesen, dachte ich, als mir der Schreck noch gut in den Knochen festsaß, der schwarze Golf beim Ausparken. Zu Hause, verschwitzt, immer noch Krämpfe. Ich würde die 50 nicht für Medikamente ausgeben, der Finger oder Kamillentee musste genug sein. K. war noch nicht eingetroffen.

wühlarbeit.

In fremder Sache die nächste Lesung

Und die nächste Lesung:

Kellergeister präsentieren das neue Buch der “Queen der deutschen Popliteratur”:

Alexa Hennig von Lange
liest
Peace

am: 20.4. 09, 20:30 Uhr, im: Theater Und so fort, Hans-Sachs-Straße 12
Gast: Gregor Locher (MANUSKRIPTUM der LMU)
Eintritt: 7/4 Euro

Moderation: Markus Michalek

Nach dem Sommer der Liebe… allein unter Frauen… ist der Geschlechterkampf nicht vorbei! Alexa Henning von Lange, die sich als Autorin von Romanen wie „Relax“ und „Risiko“ als versierte Kennerin unserer Gegenwart ausgewiesen hat, greift in ihrem neuen Roman „Peace“ ein scheinbar alt bekanntes Thema auf: Das ewige Kreuz mit der Liebe und dem Erwachsenwerden. Da ist Joshua, der siebzehnjährige Sohn einer alternden, mittels merkwürdiger Methoden „allein erziehenden“, hyperfeministischen Hippiediva, die eine beachtliche Laufbahn in einer alternativen Lebensführung vorzuweisen hat. Schließlich taumelt sie schon seit Jahrzehnten von einem Selbstfindungstrip in den Nächsten. Aber diesmal gibt es einen besonderen Grund: ihre große Liebe ist verstorben.

Was liegt für Joshuas Mutter näher, als sich auf der Toilette einzuschließen, um in der selbst gewählten Isolationshaft zwischen diversen Selbstmordversuchen wieder zu sich zu finden? Natürlich kann das nur mit einer Menge an bewusstseinserweiternden Stoffen halbwegs funktionieren. Wer die zu besorgen hat, ist klar. Ob er will oder nicht: Joshua besucht den Hausdealer der Mutter regelmäßig. Dabei erfährt er Erschütterndes in Hinsicht auf seinen längst in eine solide, bürgerliche Existenz zurückgekehrten Vater. Die wechselnden Einzüge, von Mitschülerinnen, Mutters neuem Liebhaber oder anderen kuriosen Persönlichkeiten ins mütterliche Hippiehaus tun ihr übriges, um sein Alltagsverständnis völlig außer Kraft zu setzen. Nur logisch, dass er mit all der nach außen vorgeschobenen Coolness versucht, seinen eigenen Weg im verrückt gewordenen Familienumfeld zu gehen. Sei es nun der geplante Anschluss an eine konservative Burschenschaft, die zugehörige Mensur hat er sich bereits geholt, oder die erste Liebe und ihre Folgen.

Und gerade davon handelt der Roman, von skurril-komischen Geschlechterkämpfen, ebenso vom Suchen und Finden eigener Antworten. Dieser Mix, zusammen mit einem pointierten und aufschlussreichen Ritt durch die Geschichte der wilden Siebziger Generation bis in die Gegenwart macht „Peace“ zu einem besonderen Lesevergnügen. “Peace” ist nicht nur ein Roman über die Liebe in den verschiedenen Variationen – es ist eine in vielen Belangen gesellschaftskritische Liebeserklärung an das Erwachsenwerden, die dank der oft ironisch und feinsinnig ausgearbeiteten Figuren Nachhilfe in Sachen Familienarbeit und Rollenverständnis leisten kann, dabei auf die typischen Fragen eines jungen Mannes hinweist und nicht immer die erwarteten Antworten liefern wird.

Alexa Henning von Lange, geboren 1973 in Hannover, lebt als Autorin in Berlin und gilt als Mitbegründerin der Popliteratur. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, in jüngerer Zeit etwa „Risiko“ (2007). Mit „Leute ich fühle mich so leicht“ (2008) startete die erfolgereiche Jugendbuchreihe um die Protagonisten erneut, 2009 erschien ein weiterer Band, “Leute, mein Herz glüht”. Außerdem veröffentlichte sie kurze Erzählungen in Anthologien, diverse Kinder- und Jugendbücher und Theaterstücke, wie z.B. „Flashback“ ( aufgeführt an Berliner Volksbühne 1998). Zusätzlich publiziert sie in wichtigen deutschen Medien: Für die Brigitte Young Miss führte sie ab 2003 zwei Jahre lang mit jungen Künstlern wie Jessica Schwarz, Robert Stadlober u.a. Interviews über deren Kindheit und Jugend. Seit 2005 schreibt sie für UNICUM die Kolumne „Erwachsen werden mit Alexa…“, von 2007 bis 2008 war sie für den Kulturteil des internationalen Mode & Lifestyle- Magazin Qvest verantwortlich. Seit 2007 ist sie als Kolumnistin für das Schweizer Mode & Lifestyle-Magazin Bolero tätig und hat eine eigene Radiosendung auf quu.fm. Ihr Aufsehen erregendes Bestsellerdebüt „Relax“ (1997) machte sie auf Anhieb zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. 2002 erhielt sie den Deutschen Jugendbuchpreis.

Gregor Locher (Jahrgang 1984), 2001/2 High School Year in Colorado,
USA und Erwerb des Highschoolabschlusses, Abitur: 2004, 2004/5
Freiwilliges Soziales Jahr an der LSE in London, UK, seit Herbst 2004/5 Studium der Komparatistik und Geschichte an der LMU, WS 2008/9 Erasmus-Student in Paris, Veröffentlichung: “Essiggurken” in der Anthologie “Die andere Stadt”, hrsg. von Hans Christian Rohr und Keto von Waberer. Las bereits bei den Münchner “Wortspielen” und den ”Kellergeistern”.

Veranstalterin: Eveline Petraschka unter Mitarbeit von Markus Michalek, in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der LMU und mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München, Lillemors Frauenbuchladen und Galerie, des “in München” und Radio m94,5

Urlaub

lang ersehnt.
bis 18.4. offline.
kapinski

Sex Drugs and Clubbing

Welcome liebe Damen und Herren:

You are invited to the multimediale Lesung!!

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Auf die Ohren, auf die Augen, auf die Sinn gibt es von Deef Pirmasens, Violetta von Rosenweiß,  sowie von zwei mir (persönlich) noch unbekannten Autoren/Innen. Und, ein wenig Werbung in eigener Sache, von mir ebenfalls.

Also Leute, lasst Eurer eigenes Zeug daheim, da kümmern wir uns in künstlerischer Hinsicht drum. Sowas muss man ja schreiben, sonst hat man am Ende die B***** da.

Ah ja, die leidige Frage…

der Eintritt ist (natürlich) für umsonst. Ist sowas noch selbstverständlich heute?

sonntägliches zeit vergehen

sonntags die zeit zeit sein lassen // laissez-faire // bonvivant // was bildendes lesen und daran denken, was Bela Hamvas
über die Gebildeten und die Intakten postulierte // drei cappucio, ein espresso, eine piadina, vier zigaretten, sechs freunde und eine geliebte // vier stunden lebenszeit gewonnen // sonne im gesicht und endorphine im körper // 17:17 // man lässt den dingen ihren lauf, spricht, hört, wartet, worte // ein roter porschefahrer hat schwierigkeiten beim ausparken // zeit zu denken, zeit zu leben // man wartet auf den abend und auf den nächsten tag. kommen wird das sowieso // john milton paradise lost und leonie ossowski – die große flatter //
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Hände weg von meinem Speck!

Hände weg von meinem Speck…

bedeutet nicht, dass Anfassen nicht erlaubt wäre.

Stattdessen: Weg vom unzeitgemäßen Schönheitsideal eines adonischen Körpers. Schönlingen war noch nie zu trauen… In den Zeiten der Krise gilt: poignées d’amour, Rettungsringe (welch undankbares, aber wahres Wort), love handles zeugen äußerlich von Wohlstand und einer gewissen Überlebensfähigkeit.

Nehmen wir beispielsweise diesen Herrn (Bildverwendung mit freundlicher Genehmigung):

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Nicht nur, dass er ein T-Shirt mit dem poppig aufgefrischten Bildnis der Maria von Guadelupe trägt, was auf einerseits einen vorhandenen Glauben, egal welcher Art, schließen lässt. Andererseits auch eine vorhandene Gelassenheit bedeuten mag. Schließlich wissen  Menschen, die mit derartigen Zeichen durchs Leben gehen, auch um die wahre Bedeutung des Hüftspecks. Dem Liebesspiel dienlich, dem Überleben dienlich, der eigenen seelischen Konstitution dienlich.  Natürlich herrschen noch keine Zustände, die ein Motto wie “Wer es sich noch leisten kann, der isst”  bedingen würden. Dabei wäre die Krise ein willkommenes Moment, sich endlich vom längst veralteten Schönheitsideal “Schlank” zu verabschieden und den BMI wieder BMI sein zu lassen. Ein Wohlstandsbauch trägt schließlich nicht umsonst diesen Namen. Und sollten wirklich harte Zeiten kommen, könnte man theoretisch 200 Tage überleben*. Das reicht vielleicht nicht, um eine längere Krise auszusitzen, aber es reicht, um das Gröbste zu überstehen. Wer es sich also leisten kann, konsumiert. Wieviel mehr Genuss, von der Zufriedenheit und einem daraus resultierenden Produktivitätszuwachs ganz zu schweigen entsteht, wenn man ein gutes, reichhaltiges Essen oder den Alkoholexzess der letzten Nacht nicht durch eine verbissene Extraeinheit im Fitnessstudio wieder abbauen muss? Im Bauch lebt schließlich das berühmte Bauchgefühl, Gerüchten zufolge kann ein Bauchansatz sogar vertrauensbildend wirken und auf 19 % Frauen wirkt ein Bauchansatz eben auch süß sowie sexy. Der Bauch als Rettungsanker unserer Gesellschaft, die zugehörigen Poignées d’amour als Leitmodell in schweren Zeiten, als Lebenshilfe sozusagen. Es muss ja nicht gleich die Fettleibigkeit sein – ein gesundes Mittelmaß reicht allemal. Und falls man doch zu stark über die Stränge geschlagen hat, findet man hier Abhilfe, oder man versucht es damit.

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*aus dem Wikipedia-Artikel zum Thema: Tod durch Verhungern

“…JM Olefsky (Endokrinologe an der UC San Diego) gibt einem normalgewichtigen Menschen eine Chance von 60 Tagen.[1] Übergewichtige Menschen haben hier einen Vorteil gegenüber Untergewichtigen. Walter Siegenthaler gibt einem „normal ernährten“ Menschen etwa 50 bis 80 Tage Überlebenszeit des völligen Fastens – Wasser- und Vitaminzufuhr vorausgesetzt. Übergewichtige sollen unter diesen Bedingungen schon 200 Tage überstanden haben.[2] Jedes Kilogramm Körperfett bringt hier etwa 30 MJ (7.000 kcal) Energie. Normalgewichtigen unterstellt er etwa 10 kg Körperfett, was zirka 300 MJ (70.000 kcal) chemischer Energie entspricht; Übergewichtige haben dementsprechend mehr Energie auf Vorrat…”