„hey, ich twitter jetzt Prosa. Jeden Tag“
Literatur und Internet funktionieren bestens zusammen. Warum nicht einen längeren Text per Twitter veröffentlichen?
Am Bahnhof stehend. Eigentlich keine große Idee, aber etwas, das man versuchen sollte.
Hatte gerade den Artikel aus dem aktuellen Spiegel „fremde Freunde“ gelesen. Ideen kommen oft, wenn man es am wenigsten erwartet.
Warum nicht einen längeren Prosatext via Twitter. Ab heute gibt es also jeden Morgen und jeden Abend gibt es also einen Tweet. Schön angezeigt durch #tp.
Differenzierter betrachtet, ist es auch nicht die Neuerfindung des Rads. Zu den ungezählten Literaturforen, den Literaturblogs, den Online-Schreibwerkstätten kommt logischerweise, dass sich Literatur und Twitter einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuen. Naturgemäß zuerst die “kurzen” Formate. Lyrik. Ausschreibungen in diesem Zusammenhang sind ebenfalls vorhanden. Warum also nicht ein längerer Text? In einem Medium wie Twitter? Besser kann man es sich fast nicht wünschen.
Früher war es Usus, dass Zeitungen Vorabdrucke von größeren Prosatexten lieferten. Es gab die Fortsetzungsgeschichten, leider ist davon im deutschsprachigen Raum nicht mehr viel geblieben. Lediglich die FAZ hält eisern daran fest. (Ob das mit der vielbesungen und beklagten Krise der Printbranche zu tun hat?)
Und ich höre Zweifler schon aufschreien:
Nur zweimal 140 Zeichen pro Tag? Wie soll das denn funktionieren? Wie lange würde es denn dauern, bei diesem geringen Umfang ein Werk wie den Zauberberg zu lesen? Sehr lange, zugegebenermaßen und ich habe auch nicht vor, meine Leser mit einem viele hundert Seitenbuch zu traktieren. Zwei Zeilen am Tag, bewusst gelesen, sind genug für den Anfang.
Das ist doch eine verrückte Idee. => Man dachte auch, dass die Welt eine Scheibe ist, bis jemand kam, um das Gegenteil zu beweisen.
Wie hält man den Leser bei der Stange. Wie bringt man in 140 Zeichen gute Literatur unter?
Indem man es versucht.
Was verspreche ich mir davon?
Gelesen zu werden. Etwas, wonach Autoren in besonderer Weise streben. Der Weg dazu ist seit der Erfindung der erzählten Geschichte, ob geschrieben, als Lied, als mündliche Erzählung vorgegeben. Ganz einfach: indem man es versucht und schreibt, was man zu schreiben hat.
Zum Text, den ich veröffentlichen werde:
In zwei Fassungen fertig geschrieben. Die längere Fassung war eigentlich als Einsendung für das Münchner Literaturstipendium gedacht. Es bewerben sich jedes Mal etwa achthundert oder mehr Autoren/Innen und solche, die es werden möchten. Die Chancen, dass ausgerechnet mein Text eine jener vier Erwählten ist, nicht gerade hoch. Also kreativ denken, irgendeinen anderen Text einschicken und die Kurzgeschichte via Twitter posten.
Schreiben – Gelesen werden.
Obwohl meine aktuelle Followeranzahl (145, 2. März 2009) verhältnismäßig gering ist, bedeutet dies eine gute Chance. Jeden Tag 145 Menschen mit zwei Zeilen Prosa zu erreichen, ist für den Anfang nicht schlecht. Es werden unterschiedlichste Leser sein, was das Vergnügen nur noch größer werden lässt.
Für einen Autor, der noch ganz am Anfang steht und außer kleinen Veröffentlichungen in Anthologien, Lesungen, Ideen (und wie mir von anderen, offiziellen Stellen öfter mitgeteilt wird) Talent vorzuweisen hat, eine ausbaufähige Leistung.
Zeit also, herauszufinden, wohin das führt. Indem man es versucht.
Am Ende jeder Woche poste ich die Tweets geschlossen in meinem Blog. Nur zum Nachlesen.
Bin gespannt !
Es ist nicht ganz leicht, Deine mit #tp gekennzeichneten Tweets nicht zu verpassen, wenn man selber viele Follower hat und entsprechend viel Bewegung in der eigenen Timeline herrscht.
Aber ich mache auch “Hausbesuche”, sehe mir also bei manchen die ganze Tagesproduktion noch einmal an, um nichts zu verpassen
Eine wöchentliche Sammlung hier auf Deinem Blog ist sehr geeignet, um das Gesamtwerk in seiner Entstehung nachlesen zu können.
Wirst Du dafür eine Extraseite anlegen, damit die Chronologie des Geschehens erhalten bleibt ?
Wir werden ja sehen.
Viel Spaß jedenfalls und vielen Dank für Deine Mühe !
Gute Idee , die erfreulicherweise auch ohne große PR auskommt
Vielen Dank fürs Lesen!
Ja ich überleg mir bis heute Abend noch, wie man das mit der Wochenachlase am ehesten machen könnte…
Nicht nur gelesen, auch noch Gefallen daran gefunden *g.
Fortsetzung wird mit Spannung erwartet!
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Das ist doch prima!